Hi,
dann ist doch so mal eben ein halbes Jahr rum... Zum Glück habe ich aber erstmal Ferien :D
Die Zeit in Alaska neigt sich auch dem Ende entgegen, morgen Mittag geht's dann nach Island :) Es bleibt also auch für den letzten Monat genug zu erleben! Auf meiner Tour vom Denalipark nach Fairbanks und dem Abstecher nach Chena Hot Springs gabs auch genug aufregendes, neues und kurioses, man glaubt es kaum nach so vielen Erlebnissen!
Am "Ruhetag" hatte ich mich dann doch noch für eine Wanderung auf den Mount Healy entschieden. Also ca. 700 Höhenmeter hoch und wieder runter. Es hat sich aber gelohnt, gab einen super Ausblick und leichten Muskelkater vom absteigen :D
Am nächsten Tag ging es dann weiter, aber der erste Stopp kam sehr schnell. In der Nähe von Healy ist 1996 Christopher McCandless in Wald in einem Bus gestorben. Er hatte sich nach einer langen Tour durch die USA und Alaska verlaufen und konnte auch nicht mehr über den von ihm überquerten Fluss zurück. Nachlesen kann man die wahre Story im Buch von Jon Krakauer "Into the wild". Die Story wurde auch verfilmt, Sean Penn spielt im gleichnamigen Film Christopher. Der Bus aus dem Film steht relativ nahe an der Straße. Ich dachte erst, dass wäre der Originalbus, sah echt so aus. Spannend wäre natürlich eine Tour zum echten Bus..., aber ich habe es dann doch bleiben lassen. Das Buch ist echt super, ich habe es vor Jahren gelesen. Man hat damals Aufzeichnungen von Christopher gefunden, in denen er auch seine letzten Tage beschreibt. Apropos Bücher, ich bin jetzt bei Buch 32..., zum Glück gibt es das ebook!!
Die Gaststätte vor Ort ist sehr kreativ, gut im Oktober kommt auch kaum ein Tourist! :D
Ein ganz neues Transporterlebnis hatte ich einige Meile später. Es gab eine etwas längere Baustelle, und ich musste mein Rad aufs Führungsfahrzeug verladen. Dann fuhren wir los und alle Autos hinterher. So kann man auch mal schnell 3 Meilen überbrücken. Wobei das auf- und abladen des Rades fast länger gedauert hat, als wenn ich selber geradelt wäre. Ist aber ein toller Studentenjob, 8 Stunden als Fahrer des Führungsfahrzeuges hin und her...
Diese drei "Alaskagolfer" dürften leider in Deutschland wahrscheinlich keinen Zutritt auf eine Golfanlage bekommen. Mit mehreren Bier intus schlugen sie die Bälle erstmal schön Richtung Flussbett. An ein holen der Bälle war nicht zu denken :D Aber sie hatten einen Riesenspaß!
Wenn man Platz hat, wie in Alaska, und das öffentliche Nahverkehrssystem nicht so ausgeprägt ist braucht man einen ordentlichen Fuhrpark. Natürlich mit der hauseigenen Start- und Landebahn (Wiese im Hinterrund).
Nachdem ich dann in Fairbanks angekommen war hatte ich noch 5 Tage Zeit bis zum Abflug. Soviel ist dann hier auch nicht los.... Also habe ich mich nach Chena Hot Springs aufgemacht. Das sind heiße Bäder in einem Thermalgebiet. Selbst aus dem Kaltwasserhahn kam warmes Wasser. Aus dem anderen Hahn kam heißes Wasser. Man kommt nach 110 Kilometern in Chena Hot Springs an, die Straße führt nur dort hin und endet dort! Es ist wirklich daaaas Ende. Es gab überhaupt kein Wifi! Die jungen Mädels an der Rezeption sind auch nicht begeistert ;) Also das Zelt auf einem schönen Platz am Rande des Waldes aufgestellt, die heißen Bäder genossen und den aufkommenden Regen entspannt regnen lassen. Mit der Entspannung war es gegen 2:30 Uhr in der zweiten Nacht vorbei. Auf der Hinfahrt hatte ich schon ein paar Moose (Elche) am Rand der Straße gesehen. Jetzt wurde ich aber durch schnelle Trampelgeräusche geweckt! Innerhalb von Sekunden saß ich bewaffnet mit einem Schweizer Taschenmesser und dem Bärenspray im Zelt :D Ich schaute raus, konnte aber nix sehen, auch keine Fußspuren. Es ist jetzt um diese Zeit aber auch schon dunkel. Also hatte ich zwei Optionen, rausgehen und schauen oder im Zelt bleiben und weiterschlafen. Ich entschied mich für Variante Zwei. Ich war selber erstaunt wie schnell und tief ich ein- und weitergeschlafen habe :D
Am nächsten Morgen die Bestandsaufnahme, ein Elch ist 2-3 Meter links an meinem Zelt vorbei in den Wald gerannt... Zum Glück stand die Feuerstelle im Weg... Ist ja aber gut ausgegangen!!
Gestern dann die selbe Strecke zurück, nur diesmal gab es die ersten 90 Kilometer Regen. .. Also gab es nur eins, radeln, radeln, radeln... 105 Kilometer in 5 Stunden und 5 Minuten und nur 10 Minuten Trink- und Essenspause bedeuteten dann auch Rekord!
So fühlte ich mich dann auch im Zelt :D Heute nach Sonne, Kaffee und Kuchen sieht aber alles wieder easy aus. Ich bin motiviert für Island. Aber erstmal steht noch das letzte Verpacken meines Rades an. Aber mit einem Lächeln auf den Lippen sollte auch das schaffbar sein ;) Wir hören uns wieder aus Island!
Bis dann!
See you!
Jens

















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen